liebe - Zur Seligsprechung von Agnes Gonxha Boja…
> > Ok, mit irdischen Dingen meine ich die üblichen Verdächtigen:
> > Fressen, Ficken, Saufen. Aber auch: Habgier, Hass, Zorn, Furcht etc.
>
> Warum Fressen und nicht Essen ? Warum Ficken und nicht Lieben ? Warum
> Saufen und nicht Trinken ?
ok, erwischt
>
> > pp. Derlei Dinge entstehen aus dem “Fleisch”, der “Biologie”.
>
> Natürlich wie auch alle intelektuellen Fähigkeiten und alle sozialen
> Fähigkeiten sich letzlich auf der Biologischenbasis entwickeln. Das
> Nervensystem ist doch biologisch oder besser weltlich oder noch
> besser das schwache Fleisch (haha)…
Naja, ich gehe halt davon aus, dass es die biologische Basis gibt und
etwas übergeordnetes, metaphysisches, das unserem eigentlichen Wesen
näher ist.
> > Beispiel Habgier: man möchte möglichst viel an sich raffen, um sich
> > abzusichern und für alle Zeiten was zu haben. Ein rein fleischliches
> > Bedürfnis, denn aus der Sicht des Geistes gibt es eigentlich keinen
> > Grund, materielle Dinge an sich zu raffen.
>
> Also wenn Du ein Bedürfnis entsteht jetzt wirklich erst ab einem
> relativ hohen geistigen Level. Menschen die Du ja als inbegriff
> irdischen Geistes anerkennst sind bekanntlich Weltmeister im
> Sammeln… Und nach deiner Logik müssten das eher die Viren oder
> wenigstens die Bakterien sein… Oder notfalls auch das
> Eichhörnchen…
verstehe nicht, wass Du hier meinst…?
>
> “denn aus der Sicht des Geistes” da ist mir jetzt wieder sehr unklar
> was ich mir darunter vorzustellen habe… Und wie wir gesehen haben
> kann Habgier nur mit viel Geist entstehen…
Nein, es geht hierbei ja eben nicht um intellektuelle Fähigkeiten.
Habgier ist ein Instinkt, würde ich sagen, bzw. lässt sich irgendwie
darauf zurückführen. Kein Tier kann _wirklich_ altruistisch sein, es
sei denn wiederum aus einem anderen Instinkt, wage ich zu behaupten.
Liebe und Barmherzigkeit gibt es nur bei uns - die schlechten
Eigenschaften allerdings auch, so ist es ja nicht.
> > Sie sind vergänglich, der
> > Geist aber ist ewig, unsterblich (wenn man den Geistbegriff des
> > Christentums zugrundelegt).
>
> Tönt unbegrenzt unsinnig - um auch mal ein absolutes Wort ins Feld zu
> führen.
*schulterzuck* Ich will Dir hier kein sinnvolles Konzept oder so
verkaufen, es geht hier nicht um Philosophie oder Wissenschaft.
> > > Immer noch unklar was heisst für Dich “geistiges Wesen”. Oder “im
> > > Fleisch verhaftet”.
> >
> > Geistiges Wesen heisst, dass wir in der Lage sind, Gott zu erfahren
> > und Gemeinschaft mit ihm zu haben; weitergehend dass wir nicht nur
> > dazu in der Lage sind, sondern dass es in meinen Augen sogar …
>
> Also einfach: geistig bedeutet “fähig an Gott zu glauben” und der
> Geist ist der Besitz der “Fähigkeit an Gott zu glauben”, des
> Besusstseins welches eben diese Fähigkeit hat.
Nein, ich denke es geht hier um mehr als eine Fähigkeit. Es geht um
eine über der materiellen Natur existierende metaphysische
Natur…Seele, Geist, etc. pp. Bin ehrlich gesagt kein Philosoph,
muss ich auch nicht sein.
> > Im Fleisch verhaftet bedeutet für mich, dass wir mit einem
> > verkümmerten Geist von unserem Fleisch beherrscht werden. Wieder
> > Beispiel Gier: weil ich daran zweifle, das Gott schon für mein
> > Auskommen sorgen wird, bzw. dass wenn ich verhungere, ich endgültig
> > tot sein werde, muss ich raffen, raffen, raffen.
>
> Na die Frage ist höchstens warum Du nicht zweifelst das “Gott schon
> für mein Auskommen sorgen wird”…
> Aber zu deinem Schluss, warum in aller Welt sollte ich als
> Nichtgläubiger rafgieriger sein als Du. Er ist schlicht weg falsch.
Das behaupte ich auch nicht. Es kann sein, muss aber nicht sein, es
war ja nur ein Beispiel.
> Die meisten Menschen streben nach Gück. Und das wird durch
> verschiedene Dinge erreicht. Zum Beispiel das Gefühl geachtet zu
> werden, das Gefühl gutes getan zu haben, das Gefühl nichts Tun zu
> müssen, das Gefühle etwas grosses getan zu haben. Oder auch in einer
> Tätigkeit in die man völlig abtauchen kann, die einem zu 111%
> ausbucht. Und vieles mehr…
Ach, wie vergänglich ist Achtung - heute geachtet, morgen verachtet,
who cares. Glück lässt sich durchaus in diesen Dingen finden, aber
ich habe mein Glück eben in Gott gefunden - er hat mir eine tiefere
Befriedigung geschenkt als ich je erreichen konnte.
> > Naja, mir scheint es nicht als hättest Du ihn gesucht, sondern
> > einfach vorher beschlossen, dass er nicht existieren kann.
>
> Na ich wurde christlich erzogen und hab mal an Gott geglaubt… Es
> wahr nicht angenehm und zu meinem Glück sind wir nicht mehr im
> Mittelalter. Und so kommt es das ich Philosopie gelesen habe und aus
> der Kirche ausgetreten bin…
Das tut mir leid. Ich habe früher auch an Gott geglaubt, aber ich
denke, Glaube ist nicht gleich Glaube. Mein Kinderglaube war einfach
der Glaube an Gott weil es die Eltern sagen, so wie die Eltern auch
sagen, dass es meinetwegen andere Kontinente gibt. So what. Ich habe
nicht mit diesem Gott gerechnet, sprich er war mir im Grunde egal und
ich habe mein Leben gelebt. Ich denke, der Unterschied zwischen
Kinderglaube und richtigem Glauben ist, dass man anfängt, auf Gott zu
bauen sprich davon ausgeht, dass er existiert und das einen
Unterschied macht, ob er da ist oder nicht, vor allem im eigenen
Leben.
> > jaaa…warum wohl? Weil Gott die Menschen liebt.
>
> Obschon es ihn nicht gibt. Wie macht er das nur
“Geheimnis des Glaubens”?
>
> > Ich spreche von einer Liebe, die alles überwindet, so kenne ich sie.
>
> Ich kann mir jetzt nichts darunter vorstellen. Erzähl vieleicht was
> Du dabei effektiv fühlst, oder wie Du dich fühlst. Und wann es
> passiert das Du dich so verbunden fühlst. Und wiso Du die Ursache
> deiner Gefühle in Gott siehst…
Frage mich was leichteres…es ist ein Gefühl der überwältigenden
Grösse und Erhabenheit Gottes, ein rührendes Gefühl. Ebenso empfinde
ich dann Liebe für meine Mitmenschen und habe Teil an ihrem Leid.
Stell Dir einfach vor, daß Dich die Bilder von Krieg und Zerstörung
anrühren, weil Du direkter nachempfinden kannst, was sie
bedeuten…vergleiche es in etwa mit dem Schmerz einer Mutter, die
hilflos zusehen muss, wie ihre Kinder gefoltert werden bzw. mit der
Liebe einer Mutter, die bis hin zur Selbstaufgabe geht.
Ich sehe die Ursache darin bei Gott, weil ich auch die dunkle Seite
kenne…früher hatte ich, so erschien es mir, nur die Wahl zwischen
“böse” und “neutral”. Heutzutage gibt es eben noch die andere Seite.
Wann es passiert? Kirche und Gottesdienst, entsprechende Literatur
oder Bibeltexte, Gebet aber auch immer wieder zwischendurch, einfach
so oder weil ich mit bestimmten Dingen konfrontiert werde.
Glücklicherweise ist Gott nicht auf Sonntag Morgen 10-11 Uhr
beschränkt…ehrlich gesagt macht das die Sache auch ein wenig
schwierig, so im Alltag ;-).
> > Liebe heisst aber auch Mitgefühl und Barmherzigkeit, daher, um an den Anfang
> > zurückzukommen, sage ich dass es in meinen Augen unmöglich ist, die
> > Liebe Gottes zu erfahren und gleichzeitig seinem Nächsten Schaden
> > zuzufügen. Gottesliebe und Nächstenliebe gehören untrennbar zusammen!
>
> Also Du meinst es etwa so. Ich kann Gott lieben ohne meine Nächsten
> zu lieben. Gott liebt mich aber nur wenn ich barmherzig bin. Richtig?
Falsch. Gott liebt Dich _IMMER_. Gott liebt mich auch noch, wenn ich
mal wieder meiner dunkleren Seite nachhänge. Es ist nur die Frage, ob
Du Ihn wahrnehmen kannst; wenn ich z. B. so richtig wütend bin, habe
_ich_ mich von ihm entfernt. Das ist das Problem des menschlichen
Daseins. Und in der Wut kann ich dann hingehen und meinem Nächsten
schaden (oder in meinem Stolz, meiner Gier etc. pp.). Wenn ich
hingegen nahe bei Gott bin, ist es mir quasi unmöglich, jemand
anderes vorsätzlich Schaden zuzufügen.